Medizin weltweit

Nun habe ich meine erste Videokonferenz erlebt. Der Verwaltungsrat des Deutschen Instituts für ärztliche Mission (Difaem) konnte sich nur medial treffen. Wir hatten drei Kapitel zu besprechen.

  1. Der 49seitige interne Jahresbericht 2019 „Difaem weltweit“ wurde diskutiert. Was früher die „missionsärztlichen Dienste“ waren, sind nun verschiedene Projekte in aller Welt, die aus Tübingen unterstützt werden. Es zeigen sich wesentliche Verbesserungen bei den Partnern in Malawi, Guinea und im Kongo. Allerdings sind die Fortschritte aktuell durch die Corona-Pandemie gefährdet. Vorm allem die Nebeneffekte der Schließungen machen den Menschen zu schaffen. Viele unserer Partner bitten uns um Hilfe, denn es fehlt am Wissen, wie man sich gegen das Virus schützen kann, an Wasser und Seife für die Hygiene. Tests auf eine Infektion können nur in Ausnahmefällen durchgeführt werden und die medizinische Versorgung einer großen Zahl von Schwerkranken ist nicht gewährleistet. Beatmung ist kaum möglich.

Die Bevölkerung hat verbesserten Zugang zu Medikamenten. Allerdings sind sofort Fälschungen aufgetaucht. Da ist es gut, dass das Difaem frühzeitig mitgeholfen hat, entsprechende Labore aufzubauen, die das feststellen können. In dreizehn Ländern arbeitet das Difaem (Fachstelle für Pharmazeutische Entwicklungszusammenarbeit) mit kirchlichen Dachverbänden und Zentralapotheken zusammen.

Zur Verbesserung der Situation psychisch kranker Menschen unterstützen wir gemeindebasierte Projekte in Malawi und Indien, wodurch der Stigmatisierung entgegengewirkt wird.

Im Bereich der Personalförderung wurden vielfältige Maßnahmen im Kongo, Guinea, Liberia und Tschad durchgeführt.

Die Strategie von „Difaem weltweit“ sieht vor, dass bis zu 10 % unseres Budgets bzw. Spendenaufkommens für Notfälle und humanitäre Katastrophen eingesetzt werden. Primär arbeiten wir aber an langfristigen Zielen. Darüber wird die Öffentlichkeit durch verschiedene Medien ausführlich informiert. Da das Difaem von Spenden getragen wird, ist eine ständige Werbung nötig.

  1. Bekannter als der Träger Difaem ist in Tübingen das „Paul-Lechler-Krankenhaus“ (Tropenklinik), das sich an der Bekämpfung der Covid19-Krankheit beteiligt hat. Noch immer müssen die Kredite des Neubaus abgezahlt werden. Der hat sich aber nun sehr bewährt, da doch 30 Betten für Corona-Erkrankte bereitgestellt werden konnten. Zwei der drei Stationen wurden als Isolationsstationen eingerichtet.
  2. Wichtigstes Projekt am Ort ist der Neubau des stationären Hospizes auf dem Gelände des Difaem. Immerhin sollen noch in diesem Monat die Bagger der Firma Georg Reisch anrücken. Anstelle der anvisierten 4 Millionen Euro kostet der Neubau nun 6 Millionen. Das Jahr 2020 wird herausfordernd, da wir die Finanzierungslücke schließen und das Fundraising deutliche verstärken müssen. Bisher ist die Spendenbereitschaft ungebrochen. Aber das kann sich ändern, wenn die Wirtschaftskrise größer wird. Es ist zu hoffen, dass mit der Wiederaufnahme der Gottesdienste auch wieder Kollekten möglich sind.

http://www.difaem.de

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