Strandleben in Sydney

Der Morgen fängt gut an: Ich hole frische Brötchen vom deutschen Bäcker, der seinen Laden gleich um die Ecke betreibt. Ich treffe ihn sogar persönlich an. Thomas heißt er – hier gilt kein „Sie“ – und ist promovierter Archäologe. Als er nach Australien kam, stellte er fest, dass es keine gescheiten Brezeln gab. Also backte er selber welche und ließ sich in  Deutschland zum Bäcker ausbilden. Seit sieben Jahren benutzt er nur Zutaten aus Deutschland, denn „in Australien gibt es nur genmanipuliertes Getreide“, das Mehl tauge nichts. Außerdem spritzen sie ungehemmt Pestizide. Das erklärt vielleicht die Schilder am Strand, man solle nach heftigen Regenfällen tagelang nicht ins Wasser gehen wegen „pollution“.  http://www.brezelbar.com.au.

Manchmal ist es ja beruhigend, wenn man nicht so viel weiß. Manchmal aber auch beunruhigend. Da lese ich in „Weltsichten“ vom 31. März 2019 einen Artikel von Christian Mihatsch „Letzte Chance für die Weltmeere“:

„Lärm, Müll und zu warmes Wasser: Das Ökosystem der Ozeane droht zu kollabieren. Größere Schutzgebiete würden helfen – selbst den Fischereiflotten.

Die Hochsee sei wie ein „failed state“, ein gescheiterter Staat, in dem „Gesetzlosigkeit, fast schon Anarchie herrscht“. Das war vor fünf Jahren die Erkenntnis der Global Ocean Commission GOC, die auf Initiative des Pew Charitable Trust eingerichtet wurde, um auf den Zustand der Ozeane aufmerksam zu machen. Mit ihrem Bericht hat die Kommission ein wichtiges Ziel erreicht: Die Ozeane sind seitdem nicht mehr am Rand der politischen Debatte. Es ist auch dringend nötig, dass über sie gesprochen wird: Ozeane produzieren knapp die Hälfte des Sauerstoffs in der Luft. Sie liefern knapp ein Fünftel des tierischen Proteins, das die Menschheit isst. Strömungen im Ozean heizen die nördliche Hemisphäre. Zudem liefern die Ozeane einen wichtigen Beitrag zur Weltwirtschaft, wie die OECD ausgerechnet hat: Knapp drei Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts hängen von der „blauen Wirtschaft“ ab, etwa durch Fischerei, Tourismus oder die Schifffahrt.“

Die politischen Bemühungen sind zu zaghaft, die ökumenisch-kirchlichen lächerlich gering. Zwar gibt es beim Ökumenischen Rat der Kirchen ein „Wassernetzwerk“. Aber diese Aktivitäten werden in Deutschland weithin ignoriert. Man hat angeblich andere Sorgen.

https://www.oikoumene.org/de/was-wir-tun/ecumenical-water-network/activity_news

Unser Tagesplan in Manly sieht so aus: Morgens an den Strand und schwimmen, in der Mittagshitze Siesta, nachmittags die Stadt erkunden und abends Kultur, in die Oper vielleicht. Leider funktioniert er nicht.

Am heutigen Samstag strömen die Leute massenweise her. Wenn man sich erst einmal an der Shelly-Beach niedergelassen hat, wird man immer fauler und schaut statt Schöner Kunst in der Art Gallery lieber den Strandschönheiten zu. Auffallend viele Familien mit kleinen Kindern amüsieren sich hier. Im „Beach House“, wo wir uns einen Kaffee holen, ist Hochbetrieb. Die Sonne ist immer noch stark, das Wasser erfrischend kühl.

Wer will da noch eine Oper sehen, zumal es die „Westsidestory“ unter freiem Himmel am Hafen gibt und nicht im Opernhaus. Dort hätte man die Karten wochenlang zuvor bestellen müssen.  (Oder astronomische Eintrittspreise bezahlen.)

Es gibt hier in Manly neben den Surfschulen mehrere Tauchschulen, die ihre Gruppen ins Wasser schicken. Die jüngeren schnorcheln, die älteren setzen ihre Tauchflaschen ein. Unter Wasser gibt es viel zu sehen.

https://vimeo.com/274080546

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