Ausflüge im Schatten der Trauer

Zur Südinsel Neuseelands überzusetzen, ist uns zu weit, obwohl sie am Horizont lockt. Als Ersatz nehmen wir die Fähre nach Eastbourne, wo man einen schönen Strand findet, aber auch einen Wanderweg in die Berge. http://www.eastbywest.co.nz.

Unterwegs legen wir an der Insel „Matiu/Somes Island“ an, auf der man sehr einfach übernachten kann. Ansonsten ist die Insel ein Vogelparadies. Seit die Ratten ausgerottet wurden, entwickeln sich auch Eidechsen, Warane und der kleine Pinguin „korora“. Für Generationen war sie auch Verteidigungsposten der Maori, die sie nur mit ihren Booten („waka“) erreichen konnten. Von 1870 bis 1920 war es die Quarantäne-Station. Und im 1. Weltkrieg internierte man deutsche Soldaten. Ein Foto zeigt sie, wie sie in Uniform mit Pickelhaube den Geburtstag des Kaisers feierten.

https://www.doc.govt.nz/parks-and-recreation/places-to-go/wellington-kapiti/places/matiu-somes-island/

An diesem Freitag wird natürlich überall, vor allem in den Moscheen, der Opfer des Terroranschlags vor einer Woche gedacht. Viele Schüler sind darüber hinaus traurig, dass ihre mächtige Demonstration vor dem Parlament für eine klimasensible Politik in den Medien völlig untergegangen ist. Dabei hatten – anders als in vielen Ländern – sogar die (rot-grünen) Regierungsvertreter mit ihnen diskutiert.

Übrigens hat sofort am 15.3. der Weltkirchenrat (ÖRK) seine Solidarität mit den betroffenen Muslimen zum Ausdruck gebracht. Pfarrer Ray Coster, Mitglied des ÖRK-Zentralausschusses aus Aotearoa Neuseeland, sagte: „Wir teilen mit den Schwestern und Brüdern innerhalb der großen ökumenischen Familie unseren Schmerz und unsere Trauer an einem der schwärzesten Tage unseres Landes und bitten um ihre Gebete für die vielen trauernden muslimischen Familien. Einige dieser Familien mögen Migrierende oder Flüchtlinge sein. Sie gehören zu uns. Viele von ihnen haben bei uns Zuflucht und Schutz gesucht, denn Aotearoa Neuseeland gilt als ein sicheres Land. Als Nation stehen bei uns Mitgefühl, Freundlichkeit und Toleranz hoch im Kurs. Was wir hier heute erlebt haben, hat in unserer Kultur keinen Platz.“

https://www.oikoumene.org/en/press-centre/news/wcc-condemns-terror-attacks-on-mosques-in-new-zealand-calls-for-end-to-violence

Einige haben aufgerufen, als Zeichen der Solidarität sollten Frauen den „hijab“ tragen wie es die Premierministerin auf Trauerfeiern getan hat. Manche Musliminnen finden das aber übergriffig, man solle besser mit ihnen reden.

“The attack in Christchurch was not just about Muslims, it was against any person of colour in a ‚white‘ country so this focus on hijabs is derailing the examination of white supremacy, systematic racism, Orientalism and bigotry. We don’t want to be turned into a caricature. Please do not support something as stupid as this and next time, hear the voices of young Muslim women, feminist Muslim women, rainbow Muslim people, young Muslim men, disabled Muslim people. Find out what are they saying and how they are feeling. Ngā mihi maioha.“

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