Makara Beach

Morgens gehe ich in die hiesige  Stadtteilbibliothek, in der man auch essen und trinken kann. Ich lese dort die Hauptstadtzeitung „The Dominion Post“. Die Lokalnachrichten nehmen den größten Teil ein. Über das Ausland wird auf S.28 (!) berichtet. Sie ist mit einer Auflage von 94000 Exemplaren die zweitgrößte Zeitung Neuseelands.

Die Regierung verbietet Sturmgewehre und halbautomatische Waffen. Das Verbot gilt ab sofort, ein entsprechendes Gesetz soll zum 11. April folgen, wie Premierministerin Jacinda Ardern ankündigte. Neuseeland legt zudem ein Rückkaufprogramm für die verbotenen Gewehre auf. Der Beschluss ist eine Reaktion auf das Massaker in zwei Moscheen mit 50 Toten in der neuseeländischen Stadt Christchurch am 15. März. Das nenne ich eine angemessene und prompte Reaktion.

https://www.stuff.co.nz/national/christchurch-shooting/111469934/police-urge-people-not-to-bring-firearms-to-police-stations-following-gun-law-changes.

Die Regierung ist eine Koalition von Sozialdemokraten, Grünen und der Minipartei „Neuseeland First“, die aber den Außenminister Winston Peters stellt. Der wird jetzt in die Türkei geschickt, um gegen die demagogische Rede von Erdogan gegen Neuseeland zu protestieren. Es ist schon übel, aber fast normal, dass einige Leute solche Tragödien politisch ausnutzen wollen.

Unsern Plan, die neuseeländische Nordinsel zu durchqueren geben wir schnell auf, als wir bloß ein kleines Stück zur Küste zum Makara Strand fahren. Die schmale kurvenreiche Bergstraße erinnert an Alpenstraßen in  den 50iger Jahren. Vom Stadtteil Karori aus, wo wir wohnen, ist diese Küste in einer halben Stunde zu erreichen.

Zunächst besuchen wir eine „Windfarm“ auf den Höhen. Ein traumhafter Blick über das Meer bis zur Südinsel belohnt den Aufstieg. So viele Windräder haben wir in ganz Australien nicht gesehen. Über sechzig Turbinen werden angetrieben. Die exponierte Lage sorgt für starke Windströmungen.

Auf unserem Wanderweg finden wir etliche Tierfallen. Man fängt vor allem Ratten, Wiesel und Marder. Aber auch Igel gelten als Schädlinge, weil sie die einheimischen Tiere ausrotten. Im nahen Wäldchen wachsen Pilze, darunter richtig schöne rote Fliegenpilze.

Unterhalb der Steilküste liegt ein Kieselstrand. Schwimmen ist wegen der Strömungen gefährlich. Außer ein paar jungen Leuten sind erstaunlicherweise kaum Menschen da. Ein paar Holzhäuser, eine öffentliche Toilette, ein geschlossenes Café.

Wir genießen das schöne Wetter. Insgesamt scheint in Wellington öfter und länger die Sonne als in Auckland oder Melbourne, die beide nördlicher und somit näher zum Äquator  liegen. Pro Jahr sind es über 2035 Stunden. Wider  Erwarten regnet es nicht.

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