Terror in Neuseeland

Es ist wie verhext. Kaum haben wir einen Flug gebucht, um Freunde in Neuseeland zu besuchen, da geschieht dieser schreckliche Terroranschlag in Christchurch. Da können wir uns auf verstärkte Sicherheitsprüfungen gefasst machen.
Die australischen Zeitungen berichten ausführlich, die in Melbourne führende „The Age“ gleich auf sieben Seiten. www.theage.com.au.
Neben der aktuellen Berichterstattung beschäftigt die Journalisten vor allem die Frage, wie der australische Attentäter Brenton Tarrant an die Waffen gekommen ist. Australien hat ziemlich strenge Waffenkontrollen und es dürfte unmöglich sein, mit Schnellfeuergewehren ins Flugzeug zu kommen. Neuseeland hatte den letzten Anschlag vor dreißig Jahren und geht etwas laxer mit Kontrollen um. Anders als in Australien gibt es dort für die meisten Waffen keine zentrale Registrierung, aber doch einen Waffenschein. Laut „The Age“ gibt es in Neuseeland 1,5 Millionen Feuerwaffen, also ein Gewehr für drei Leute. Gedacht ist dabei an die Jagd oder an Sport, nicht an Selbstverteidigung. Die Halter müssen Tests absolvieren und werden regelmäßig überprüft. Allerdings gibt es einen Schwarzmarkt, der schwer zu kontrollieren ist.
Alle wichtigen Politiker wie Premierminister Scott Morrison und Religionsvertreter haben ihre Anteilnahme ausgedrückt. Nur ein gewisser Senator von Queensland namens Fraser Anning machte die Einwanderung von Muslimen verantwortlich. Er erntete sofort starken Protest von allen Seiten.
In Melbourne habe ich keine Moschee gesehen, die es eher in den Randbezirken wie z.B. „Heidelberg“ (!) im Nordosten gibt. Ebenso fallen nur wenige verschleierte Frauen auf.
Wichtiger ist wohl der bleibende rassistische Wunsch nach „supremacy“ der Leute, die Australien wie früher „europäisch“ halten wollen. Der Attentäter hat nämlich ein 74-Seiten-Dossier verfasst „The Great Replacement“, in dem er betont, dass sein „Blut europäisch“ sei. Seine Gewährsleute sind europäische, rechtsextreme Terroristen. Wie weit er mit australischen Neonazis Kontakt hatte, ist noch unklar. Anscheinend hatte er Kontakt zum norwegischen Attentäter Anders Breivik. Beeinflusst ist er wohl auch von einer Anti-Immigrations-Gruppe, die sich nach den australischen Wildhunden „The Dingoes“ nennen.

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