Café und Bar

Kommen wir in eine fremde Stadt, gehen wir erst ins Touristenbüro. Die sind hervorragend ausgestattet. Als Sohn eines Landvermessers muss ich immer gute Karten haben. Googlemap wäre einfacher, aber energiefressend. Meistens gibt es auch reichlich Prospekte für Tourenvorschläge. Oft haben die freundlichen Damen noch besondere Tipps parat.

In Castlemaine gibt es jede Menge Cafés. Sie sind durchaus nicht nur von Rentnern besucht. Zwar muss ich noch immer  die innere Stimme meiner Mutter überwinden, die Kaffeehausbesucher grundsätzlich für Tagediebe hielt und selten eins betrat. Aber als Ehemann einer Schweizerin habe ich dazugelernt.

Überrascht bin ich aber doch, in einer ehemaligen Teppichfabrik ein Stück Wien zu treffen. „Das Kaffeehaus“ bietet besten Wiener Kaffee und ist auch sonst sehr österreichisch ausgestattet. An der Wand hängen diverse Bilder aus Wien, darunter ein Egon Schiele. Ich fasse es nicht! Nur die Bedienung versteht kaum Deutsch. Also bestelle ich eine Melange und eine Mozartkugel.

www.coffeebasics.com.

Die (gefühlt!) eine Hälfte der Bevölkerung sitzt morgens  im Café, die andere geht abends in eine Bar. Bill (von der Vigil) hat mir die vom Criterion-Hotel empfohlen, wo es heute Musik gibt. (Die gibt es auch in der Kirche, wohin unsere Frauen gehen: dem Bericht nach ein Konzert erstklassiger keltischer Musik.) Die eigentliche Bar, ungeheuer lang, erinnert mich an Western-Filme. Die Gestalten mit wilden Bärten, die hier herumhängen, auch. Ihren Hut nehmen sie nie ab. Einige spielen recht gekonnt Billard. Die Dekoration ist etwas eigen: Da hängen ausgestopfte Hirschköpfe mit Geweih an der Wand. (Diese Tiere gibt es hier eigentlich nicht!) Dann beginnt einer mit Country-Musik. Offenbar ist vorgesehen, dass diese Amateure drei Stücke spielen und dann der nächste ihn ablöst. Es ist fast wie ein Wettbewerb. Die Qualität ist unterschiedlich. Ein Pärchen und eine einzige Frau sind auch dabei. Auch im Publikum sind die Männer in der Überzahl. Die Stimmung ist jedenfalls famos. Jedem ist viel Beifall sicher. Es gibt neun Sorten Bier vom Fass, aber ich belasse es bei einer. Schließlich ist Fastenzeit.

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