Darwin – erste Eindrücke

Unsere Australienreise beginnt im Norden. Von Asien her kommend wirkt die Stadt sehr sauber, gut organisiert, ich wage zu sagen: „europäisch“. Die wenigen Fluggäste werden prompt abgefertigt, wenn auch unser „maschinenlesbarer“ Pass nicht in die australischen Maschinen passt und wir nach alter Weise, aber mit freundlichem Gruß und Blick kontrolliert werden. Was ich aber seit meinen Grenzübertritten zur DDR in Ulbrichts Zeiten nicht mehr erlebt habe, ist, dass unsere Koffer durchgewühlt werden. Zum Glück sind sie viel kleiner als die der asiatischen Fluggäste, die außerdem wohl immer mächtig Proviant bei sich haben. Auf Lebensmittel (und Tiere)  nämlich haben es die hiesigen Behörden abgesehen, denn sie fürchten um die insulare Reinheit ihrer Pflanzen und Tiere. Tatsächlich ist die einzigartige Flora und Fauna Australiens von Schädlingen und Erregern bedroht.

Beim Geldwechsel verrät uns die freundliche Angestellte nicht nur, dass die neuen 50iger Plastik-Dollarnoten aneinander zu kleben pflegen („Aufpassen beim Bezahlen“), sondern auch, dass das Taxi in die Stadt für zwei Personen billiger ist als der Bus. Es tut gut, dass wir die Sprache einigermaßen verstehen und vor allem, anders als in China oder  Thailand, die Schrift lesen können.

Uns gefällt, dass die hiesige Regenzeit gerade eine Pause macht. Gern sind wir dem deutschen Schmuddelwetter entflohen, aber 40 Grad sind doch heftig. Selbst der Pool ist warm wie eine Badewanne. Im Meer baden wir lieber nicht, sind da doch giftige Quallen und bissige Salzwasserkrokodile unterwegs. Stete Warnung: „Sie sehen Dich bevor Du sie siehst.“

Wir bewegen uns fast nur in der überschaubaren Innenstadt. Ansonsten hat die Hauptstadt des „Northern Territory“ rund 150000 Einwohner, die sich über mehrere Vorstädte verteilen.

Vor uns waren schon andere da. Ich meine nicht die Ureinwohner seit 50000 Jahren, deren Nachkommen überall anzutreffen sind. Ich meine die Forscher Stokes und Wickham, die 1839 mit der „Beagle“ die Bucht des späteren Port Darwin erkundeten und den Ankerplatz nach dem noch jungen Charles Darwin benannten, der auf diesem Schiff von 1831-1836 mitsegelte. Die im Stadtmuseum ausgestellten Fotos der Pionierzeit zeigen etliche Baracken, die erst langsam zu einer Stadt geformt wurden. Der erste Telegrafenmast wird so stolz gezeigt wie die Ruine des ersten Rathauses. Damals bildeten Chinesen die Mehrheit der Bevölkerung. Doch von China-Town ist kaum noch was zu sehen, der chinesische Tempel ist eher kümmerlich. Um eine „weiße Mehrheit“ zu garantieren, hat man bald die Einwanderung von Asiaten behindert und die der Europäer gefördert.

Paradoxerweise musste man im 2. Weltkrieg die gesamte Bevölkerung evakuieren, weil die japanische Luftwaffe die Stadt bedrohte und am 19.2.1942 in 64 Angriffen fast vollständig zerstörte. Der 19. Februar wird immer feierlich begangen. Ein eigenes Museum und manche Schutztunnels erinnern daran. Alte Gebäude sieht man darum kaum.

Was die Japaner stehen ließen, wurde durch mehrere Wirbelstürme platt gemacht. Der letzte katastrophale namens „Tracy“ versetzte Weihnachten 1974 die Bewohner in Angst und Schrecken. Im Museum sind die Verheerungen dargestellt. Ein Pfarrer hat die fürchterlichen Sturm-Geräusche auf Band aufgenommen, die man in einem verdunkelten Raum anhören kann.

Die Gewitter (Electric Storms) in der Regenzeit seien auch heute „fürwahr ein unvergessliches Erlebnis“. Aber darauf können wir verzichten.

 

 

 

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