Ghana in Stuttgart

„Jetzt ist Gottes Stunde“ (Lukas 4,21) war ein Kernsatz in der Predigt, die Pfarrer i.R. Riley Edwards-Raudonat heute in der Ghanaischen Gemeinde Stuttgart hielt – auf Englisch natürlich. Immer wieder betonte er, dass man „today“ sich einsetzen müsse und seine Berufung nicht aufschieben dürfe. Neben den Afrikanern waren auch etliche „Bio-Deutsche“ gekommen, weil sich der Prediger gleichzeitig nach Nigeria verabschiedete. Dort wird er im Auftrag der EKD noch einmal für zehn Monate in der deutschsprachigen Gemeinde wirken.

Die Ghanaische Gemeinde PRESBYTERIAN CHURCH OF GHANA Stuttgart ist eine der insgesamt fünf presbyterianischen Gemeinden in Deutschland. Die Mutterkirche ist die Presbyterian Church of Ghana (PCG). Die PCG ist in 1828 von der Basler Mission gegründet worden. Die PCG ist Partnerkirche der EMS (Evangelische Mission in Solidarität). Der Gottesdienst in Englisch und Twi findet jeden Sonntag in der Waldkirche von 13 bis 15 Uhr statt. Die lauten Trommeln hört man schon draußen vor der Tür. Man versteht da schon gut, dass sich solche Gemeinden nicht einfach in die Landeskirche integrieren lassen, sondern ihre eigene Gottesdienstkultur und Sprache pflegen wollen. Manchen ihrer Kirchenlieder merkt man allerdings den deutschen Ursprung noch an.

„Today“ ist Jesu Predigt in Nazareth ernst zu nehmen. Noch immer müssen Gefangene befreit und Misshandelte erlöst werden (Luk. 4, 18).

Riley  Edwards-Raudonat wies deswegen eindringlich auf eine neue Broschüre der EKD, an der er mitgearbeitet hat. „Fürbitte für bedrängte und verfolgte Christen“ soll insbesondere am Sonntag Reminiszere (17. März 2019) in den evangelischen Gemeinen gehalten werden. Auf S. 23 findet man ein Interview mit ihm.

„Männer werden umgebracht und Frauen und Mädchen werden immer wieder entführt, vergewaltigt und zwangsverheiratet. Unvorstellbares Leid geschieht ihnen in der Gewalt der Terroristen“ sagt Bischöfin Bosse-Huber. „Deshalb bitten wir alle Kirchen und Gemeinden, sich am Sonntag Reminiszere an der gemeinsamen Fürbitte zu beteiligen. Und sich gleichzeitig über die konkrete Situation in Nigeria zu informieren und Hilfsprojekte für die Opfer von Verfolgung zu unterstützen.“

https://www.ekd.de/reminiszere-2019-fuerbitte-verfolgte-christen-nigeria-42623.htm.

Trotz der schlimmen Erfahrungen, die viele Afrikaner erleiden müssen, ist es immer wieder erstaunlich, mit welcher Fröhlichkeit sie feiern können. Und das selbst im winterlich-kalten Stuttgart.

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