Stuttgart 21

Fast täglich fahre ich ein kurzes Stück mit der Bahn. Mittlerweile zähle ich nicht mehr die Verspätungen und Ausfälle, sondern registriere nur noch die phantasievollen Ausreden. Kürzlich fielen auf unserer Nebenstrecke gleich einen ganzen Tag die Züge aus. Witze darüber sind nur noch abgeschmackt. Deswegen habe ich mir von der Kabarettsendung „die Anstalt“ zum Thema keine neuen Erkenntnisse erwartet. Doch besonders der zweite Teil, der sich mit dem Stuttgarter Bahnhofsdesaster beschäftigt,  ist äußerst sehenswert.

https://www.zdf.de/comedy/die-anstalt/die-anstalt-vom-29-januar-2019-100.html

Zufällig traf ich kürzlich – ja tatsächlich auf einem  Bahnhof –  den früheren Stuttgarter Oberbürgermeister Schuster. Da wir den gleichen Weg  hatten, fragte ich ihn nach „Stuttgart 21“. Er lächelte nur gequält. Offenbar war er selber seinerzeit nicht über alle möglichen Folgen informiert. Das kann ich mir vorstellen, wenn ich höre und nachlese, mit welch krimineller Energie gewisse Manager und Politiker dieses Projekt betrieben haben.

https://www.zdf.de/comedy/die-anstalt/fakten-im-check-der-anstalt-118.html

Ich habe mich immer gewundert, warum sich auf dem Stuttgarter Bahnhof der Stern einer nicht unwichtigen Autofirma dreht. Nach diesen Informationen wundere ich mich nicht mehr.

Ich werde wütend, wenn ich daran denke, mit welchen Lügen man uns dieses Projekt „verkauft“ und den Volksentscheid erschwindelt hat. Die Schuldigen sind mit gewaltigen Abfindungen auf und davon. Die immensen Kosten zahlen wir alle. Und merken, dass die Bahn kaum noch reparieren, geschweige denn investieren kann.

Ich bewundere Mitmenschen, die unverdrossen noch  immer montags gegen diesen Milliardenschwindel demonstrieren. Die dagegen anreden oder schreiben. Die Zeit und Geld einsetzen, um eine abgestumpfte Bevölkerung aufzurütteln.

Man sagt uns, nun habe  man schon so viel Geld eingesetzt. Jetzt heiße es „Augen zu und durch“. Doch wahrscheinlich ist ein Ausstieg und Abbruch der Bauarbeiten noch immer besser als weiteres durchwursteln.

https://www.umstieg-21.de.

Selbst wenn „Stuttgart 21“ eines fernen Tages fertiggestellt sein sollte, kann man sich den laufenden Ärger im täglichen Betrieb schon ausrechnen, von möglichen Unfällen oder gar Katastrophen ganz zu schweigen. Darum: Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.

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