Bibeln für Irak

Am württembergischen „Gedenktag“ der Reformation predige ich über die „Seligpreisungen“ der Bergpredigt. Sie sind für mich Verheißung und Verpflichtung, denn sie variieren alle den Schluss: „So soll es sein, so wird es sein!“. Traditionsgemäß schmettern wir heute Luthers Trutzlied „Ein feste Burg ist unser Gott“. Die letzte Strophe lasse ich nicht weg wie es neuerdings gern geschieht. Allerdings  stockt einem doch der Atem, wenn wir mit Martin Luther singen „Nehmen sie den Leib, Gut, Ehr, Kind und Weib: lass fahren dahin…“ (EG 362,4) Sicher, damit wird ungeheures Gottvertrauen ausgedrückt – selbst in kriegerischen Zeiten. Wir sind von solchen gottlob weit entfernt, aber wir wissen nicht „wie lange?“ Darum müssen wir nicht  nur unser Gottvertrauen stärken,  sondern alles für den Frieden tun. Andere Christen erleben gerade, dass ihnen „Leib, Gut, Ehr, Kind und Weib“ geschädigt oder gar genommen wird. Denen habe ich nichts zu  raten, aber sie predigen uns: Matth.5,10 „Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihrer ist das Himmelreich“. In anderer Übersetzung: „10 Wie glücklich sind die, die man verfolgt, weil sie Gottes Willen tun. / Ihnen gehört das Reich, das der Himmel regiert.“

Verfolgung leiden – Wir kennen das bei uns nicht. Die paar Schmähungen oder sogar ein shitstorm in sozialen Medien sind der Rede  nicht wert. In vielen Ländern wie im Nahen Osten ist Verfolgung sehr wohl eine tägliche Erfahrung. Da haben wir uns jahrelang für Asia Bibi in Pakistan eingesetzt, nun ist sie freigesprochen vom Vorwurf der Blasphemie, aber der islamische Mob fordert ihren Kopf und würde ihren Verteidiger gleich dazu töten. Es wäre eine humane Geste, wenn die Bundesregierung ihr und ihrer Familie Asyl gewähren würde. Aber das muss schnell gehen. Der Terror hört nicht auf. Jüngst hat der IS friedliche Pilger in Ägypten attackiert, die zu einem koptischen Kloster unterwegs waren. Wie krank muss einer sein, der meint, dass solche Attentate Gott – selbst wenn man ihn Allah nennt – gefallen könnten.

Es gibt viele Möglichkeiten zu helfen. Die Christen im Nahen Osten danken immer wieder dafür, dass wir ihren geflüchteten Landsleuten helfen, aber sie, die ausharren,  möchten deswegen nicht vergessen werden.

Eine konkrete Aktion kommt an diesem Sonntag in den „Abkündigungen“ zur Sprache. Die Kollekte ist nämlich für die Weltbibelhilfe bestimmt, konkret für Bibeln im Irak.

Da mag mancher satte Mensch, dessen Bibel im Regal verstaubt, sich wundern und fragen: „Ist das denn nötig?“ Ich sage mit Jesus: „Ja, denn der Mensch lebt nicht vom Brot allein.“ Gerade traumatisierte und verängstigte Menschen brauchen das „Brot des Leben“, das in der Bibel zu finden ist.

Zum Beispiel Karakosch:

„Vor der Herrschaft des sogenannten Islamischen Staats (IS) galt Karakosch als größte christliche Stadt im Norden des Landes. Doch als die Schergen des IS einfielen, blieb den Christen nur die Flucht. Seit die Stadt im Oktober 2016 befreit wurde, kommen die Bewohner nur zögernd zurück. Denn die Zerstörung ist immens, die Zukunft in der Region unsicher. Die Bibelgesellschaft im Irak unterstützt die Heimkehrenden nach besten Kräften. Auch mit neuen Bibeln. Bei den verbrannten Bibeln in der Al Taheri Kirche handelte es sich um die persönlichen Exemplare der Gemeindemitglieder, die sie hier aufbewahrt hatten, um sie im Gottesdienst zu benutzen. Auch viele Kinderbibeln sind den Flammen zum Opfer gefallen. So wie hier sieht es in allen Kirchen in der Region um Karakosch aus: Altäre, Kerzen, Kreuze, Bibeln – alles hat der „Islamische Staat“ während seiner zweijährigen Besatzung hier entweiht und zerstört.“
Näheres unter https://www.die-bibel.de/spenden/weltbibelhilfe/projekte/irak-syrien.

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s