Andalusien (6): Fußball

Wieder einmal erlebe ich eine Fußballweltmeisterschaft im Ausland. Eigentlich will ich diese Geldmeisterschaft – Gesamtmarktwert der spanischen Mannschaft: 1,03 Mrd. € (laut transfermarkt.de) – boykottieren, aber in Cádiz kommt man an den Spielen nicht vorbei. Jede Kneipe stellt nicht nur ein paar Stühle und Tische auf die Straße, sondern auch riesige Fernseher, sodass man manches Match im Vorübergehen verfolgen kann. Ich gebe zu, dass ich das eine oder andere Spiel ganz gern sehe, aber auf die oft nationalistischen deutschen Kommentare und das ganze Drum und Dran gern verzichten kann. Es ärgert mich, wenn ARD oder ZDF sogar Trainingsbilder für Nachrichten halten. Durch das frühe Ausscheiden der deutschen Mannschaft bleiben uns diese glücklicherweise erspart. Nachdem auch Spanien  ausgeschieden ist, erlischt hier das Interesse. Man nimmt es aber anscheinend ziemlich gelassen  hin.

Spanien hat so viele gute Vereine, dass man sich wieder auf die eigene Meisterschaft konzentriert. Die Vereinsmannschaften sind ja mittlerweile so multinational besetzt, dass  man von ständigen Weltmeisterschaften sprechen könnte.

Der FC Cádiz ist leider aus der Ersten Liga abgestiegen. Deswegen haben sie nun  Mühe, das überdimensionierte Stadion zu füllen, das in unserer Nachbarschaft steht. Jetzt überlegt man, ob dort Hotels eingebaut werden können. Wohin mit Stadien, die man  nicht mehr braucht?

https://www.cadizcf.com/club/instalaciones/estadio-ramon-de-carranza.

Ich lese, dass Engländer das Spiel nach Spanien gebracht haben: „Am 8. März 1890 fand das erste offizielle Fußballmatch in der Pferderennbahn Hipódromo de Tablada in Sevilla statt. Die Mannschaft von Recreativo de Huelva trat gegen Colonia Inglesa Sevillana an, eine Mannschaft aus britischen (!) Arbeitern. Bis auf zwei spanische Spieler auf Seiten von Huelva waren alle Spieler britischer Herkunft. Die Auswahl aus Sevilla entschied dieses Spiel mit 2:0 für sich.“

Ein Vorteil hat der Fußball: Er löst allmählich den Stierkampf ab. Deren Arenen stehen die meiste Zeit mangels Interesse vor allem der jüngeren Spanier leer. In Ronda ist es eher ein Museum, in Antequera ein Restaurant, in Malaga gähnende Leere. Aber die konservative Regierung hat es noch geschafft, den Stierkampf zum nationalen Kulturgut mit Steuerbefreiung zu erheben. Dagegen protestieren die Tierschützer.

Der SPIEGEL Nr. 24 vom 9.6.18  S.60 zitiert eine Beratungsfirma, die das WM- Endspiel voraussagt: Brasilien – Deutschland 2:1. Haha. Wenn sich Journalisten doch endlich auf Fakten konzentrieren würden, statt uns mit abwegigen Meinungen und Prognosen zu belästigen. Und das Geschwätz aus den asozialen Medien sollten sie besser ignorieren statt durch ihre Kommentare aufzuwerten.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s