Fürbitte

Im ostafghanischen Chost sind bei einem Bombenanschlag auf eine Moschee mindestens 14 Menschen getötet und 30 verletzt worden. Nach offiziellen Angaben handelt es sich bei einem Teil der Opfer um Personen, die sich als Wähler registrieren lassen wollten. Zu dem Anschlag bekannte sich bisher niemand. Diese Nachricht wurde am 6.5.2018 im Deutschlandfunk gesendet.

Solche Meldungen regen kaum noch auf. Die meisten reagieren mit Achselzucken. Ist nur noch Abstumpfung oder Verdrängung („Und nun zur Bundesliga…“) möglich? Wie gut, wenn am heutigen Sonntag „Rogate“ (Betet) wenigstens in der Kirche für diese Menschen gebetet wird. Ich nutze als Liturg gern die Gebetsvorschläge des Ökumenischen Rats der Kirchen. Diese Woche  geht es um Afghanistan, Kasachstan, Kirgisistan, Mongolei, Tadschikistan, Turkmenistan und  Usbekistan.

Wir danken für:

  • das großartige Panorama der Berge, Grasländer und Wüsten in diesen zentralasiatischen Ländern
  • die reichen Bodenschätze
  • die unglaubliche ethnische Vielfalt
  • kulturelle Traditionen und Praktiken, die seit Jahrhunderten und auch trotz der Herausforderungen der Modernisierung bewahrt wurden
  • Menschen christlichen Glaubens, die zwar eine verschwindend kleine Minderheit sind, jedoch den Mut haben, Zeugnis für das Evangelium abzulegen und nach dem Wort Gottes zu leben
  • diejenigen, die trotz aller Gefahren ihr Leben dem Dienst an anderen Menschen widmen.

Wir bitten um/für:

  • die Menschen in diesen Ländern, die unter Armut und unter einem repressiven Regime leiden
  • ein Ende der Konflikte, die durch Stammesdenken, Traditionalismus und Modernisierung entstehen
  • das Land, die Luft und das Wasser, die durch Ausbeutung durch den Menschen Schaden genommen haben
  • gute Beziehungen zwischen Menschen muslimischen und christlichen Glaubens
  • ein Ende von Unterdrückung und Gewalt.

Gebet

„Und so knie ich in der Nähe des Altars meiner kleinen Kapelle nieder, barfuß und bei Einbruch der Dunkelheit, wenn mein Volk schläft, und ich werde sein Fürsprecher – so wie Abraham, Jakob, Moses, so wie Jesus. Ein Stück Sandelholz verströmt seinen Duft, das Symbol all derer, die heute ausgebrannt sind von ihrer Arbeit in Leid oder in Liebe. Hier knie ich nun, und all die Verfehlungen meines Volkes lasten schwer auf mir, all ihre Sorgen und alle Hoffnungen derer, die beim Einschlafen einzig und allein daran denken, einen Richter zu treffen. All denen stelle ich Ihn als ihren Retter vor und führe sie zum ewigen Hochzeitsfest. All die kleinen Kinder, die heute geboren werden, sollen durch mich zu Kindern Gottes werden. Alle Gebete, die heute in ihren Häusern, ihren Moscheen gesprochen werden, sollen durch mich zum „Vaterunser“ werden. Mein Herz ist nicht mehr als der Schmelztiegel, in dem das Feuer der Liebe Christi mein Volk von all seinen Schlacken läutern und sie in Gold verwandeln wird  – und durch meinen Mund ruft ganz Afghanistan das Abba zum Vater, das der Heilige Geist eingibt.“

(Afghanistan, aus: A Procession of Prayers – Meditations and Prayers from Around the World, zusammengestellt von John Carden, © Cassell, London und ÖRK Genf)

„Ja, denkst Du denn, dass sich dadurch in der Welt was ändert?“, fragen meine skeptischen Freunde. –  „Nein, aber in mir.“

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