Happy in Thailand

Carolin Genreith hat einen Dokumentarfilm „Happy“ über die Ehe ihres Vaters Dieter Genreith und Tutka Supaphon Pimsoda-Genreith aus Thailand gedreht. Denn sie fragt sich: Ist das Liebe oder ein Deal?

Der Film überrascht durch den Verzicht auf die üblichen Thailand-Klischees. Eltern können peinlich sein. Ganz besonders Väter, die sich in eine Thai-Frau verlieben, die so alt ist wie die eigene Tochter. Da denkt jeder gleich an „Sextourist“. So wird im ersten Teil ausführlich geschildert, wie die Tochter ihren Vater befragt und von seinem Entschluss abbringen will, als sie von seiner Liebschaft erfährt. Auf der einen Seite Carolin, die  sich  offenkundig schwer tut, sein Handeln zu verstehen. Die immer wieder wissen will, warum es nicht auch eine gleichaltrige Frau aus Deutschland hätte sein können. Die sich fragt, was eine Frau wie Tukta an einem so viel älteren Mann finden kann. Und auf der anderen Seite Dieter Genreith, der sehr schonungslos sein Alter und die eigene Einsamkeit reflektiert, für den eine Frau wie Tukta ein Geschenk des Himmels ist.

Die Wende tritt wohl ein, als sie ihn auf thai telefonieren hört. Jedenfalls imponiert auch mir, wie sehr er diese schwierige Sprache gelernt hat. Das habe ich in Pattaya nur bei wenigen Deutschen erlebt, selbst wenn sie „ordentlich“ verheiratet sind. Die meisten Ausländer (farangs) begnügen sich sowieso mit einer „freien“ Beziehung oder heiraten ohne rechtliche Bedeutung in einem buddhistischen Kloster.

Da handelt keiner kopflos, sondern bereitet sich sehr ernsthaft auf diese Beziehung, ja aufv eine Ehe vor. Ich gebe ihr Chancen, denn er hat die Frau nicht aus einer Bar geholt oder aus einem Katalog ausgesucht, sondern im Dorf ihrer Eltern kennengelernt. Er weiß, dass er finanzielle Aufgaben übernehmen muss. Es wird erwartet, dass er die thailändische Großfamilie unterstützt. Das hat schon manchen ins Elend gestürzt. Offenbar hat er aber mit seiner Partnerin Glück. Ihre Wünsche sind nicht wie bei vielen anderen endlos.

Vater und Tochter besuchen sie in dem kleinen Dorf im Nordosten Thailands, zwei Stunden von der laotischen Grenze entfernt. Dort lebt sie mit  ihren Eltern, Geschwistern und dem kleinen Sohn Tui aus erster Ehe mit einem Thai. Wenn das Geld aus ist, isst die Familie nur noch Reis. Die schönen Häuser in dem Dorf stehen dort hingegen wegen der „Farangs“, der weißen Ausländer, die eine thailändische Frau geheiratet haben. Der Film endet mit der Hochzeit. Es bleibt offen, wie sich das Zusammenleben in Thailand oder doch in Deutschland gestaltet.

In Interviews hat Carolin Genreith erzählt, wie es weitergeht. http://www1.wdr.de/kultur/film/happy-genreith-110.html

Tatsächlich lebt Tukta mit ihrem Vater jetzt auf seinem Bauernhof in der Eifel. Carolin Genreith könnte eine Fortsetzung drehen. Wie funktioniert eine solche, ja gar nicht seltene Ehe in Deutschland? Der kauzige Vater würde wie in diesem Film schon für einen hohen Unterhaltungswert sorgen.

 

 

 

 

 

 

 

 

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