Autoirrsinn

Zurück von einer leider notwendigen längeren Autofahrt mit den üblichen Staus schaue ich mir abends im ZDF „die Anstalt“ an, die den „Autoirrsinn“ zum Thema hat. Wer denkt, die angeführten Beispiele sind komödiantische Übertreibungen, kann sich im mehrseitigen „Faktencheck“ kundig machen. Es stimmt leider alles. Die Kungelei von Autoindustrie und Politik ist ungeheuer. Sie suggeriert noch immer „Freie Fahrt für freie Bürger.“ So kommen jetzt chinesische Touristen, um in unserm Land ohne allgemeine Geschwindigkeitsbegrenzungen über die Autobahn zu rasen.

https://www.zdf.de/comedy/die-anstalt/die-anstalt-vom-7-maerz-2017-100.html.

Die Frage nach einer menschen- und umweltfreundlichen Mobilität beschäftigt mich in unterschiedlicher Intensität seit den siebziger Jahren. Seitdem habe ich erleben müssen, dass mit dem kritischen Blick auf das Auto nicht zu spaßen ist. Als ich als Vikar in einer Bezirkssynode für eine freiwillige Geschwindigkeitsbeschränkung der Christen plädierte, fuhren mir einige besonders Fromme hinterher, um mein eigenes Fahrverhalten zu überprüfen. Es ging damals um die „Grenzen des Wachstums“, von denen man heute nicht mehr redet, obwohl sie noch immer gelten.

Als ich als Gemeindepfarrer „carsharing“ einführte mit dem Vereinsnamen „Teilauto“,  wurden meine Kinder gefragt, mit welchem Teil ihr Vater denn fahre. Und ein Porschemanager empörte sich: „Ich teile ja auch nicht m eine Unterhose“.

In der Evangelischen Akademie haben wir auf hohem Niveau über Mobilitätskonzepte nachgedacht und schnell gemerkt, dass es keine Ideallösung gibt. Elektroautos jedenfalls haben  keine bessere Ökobilanz, wenn der Strom aus Kohle- oder gar Atomkraftwerken kommt.

So fällt mir nichts anderes ein, als so oft wie möglich öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen und kurze Strecken Rad zu fahren. Wobei das Angebot oft schlecht ist und die Deutsche Bahn einem das Leben schwer machen kann.

Dennoch: „Autofasten ist eine Möglichkeit, in der Fastenzeit Schöpfungsverantwortung im Alltag bewusst zu leben. Als Christen sind wir in der Fastenzeit eingeladen, unsere Beziehung zu Gott und den Mitmenschen zu überdenken und zu vertiefen, eigene Gewohnheiten und Verhaltensweisen zu verändern und in diesem Sinne neu in Bewegung zu kommen. Rund 1850 Menschen haben in der Fastenzeit 2016 an der Aktion Autofasten teilgenommen und statt des Autos andere Möglichkeiten der Mobilität ausprobiert.“ http://www.autofasten.de

 

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