Kirchenparlament

Mehr aus Pflichtbewusstsein denn aus Vergnügen gehe ich zur Mitgliederversammlung der “Offenen Kirche” unseres Kirchenbezirks. Die Rechenschafsberichte und Wahlen müssen halt sein. Im durchaus überschaubaren Kreis kann man gut mit unserem tüchtigen Synodalen, einem Arzt mit internationaler Erfahrung,  diskutieren. Allerdings will er bei der nächsten Wahl nicht wieder antreten. Ein Kandidat ist nicht in Sicht. Die neue Ausgabe der OK-Informationen „anstöße“, an der ich mitgearbeitet habe, wird kommentarlos verteilt.

https://www.offene-kirche.de/fileadmin/userfiles/OK-Zeitschriften/anstoesse_3_2016.pdf

 Die Landessynode ist die gesetzgebende Versammlung der Kirchenleitung. Sie wird alle sechs Jahre direkt von den Gemeindegliedern gewählt. Insgesamt hat die Landessynode derzeit 98 Mitglieder. Derzeit tagt sie gerade in Stuttgart.

Landesbischof Frank Otfried July hat den aktuellen Stand der „Strategischen Planung“ vorgestellt. Fünf Ziele verfolgt die Evangelische Landeskirche in Württemberg im kommenden Jahr besonders: Erstes Jahresziel:  die Landeskirche in der gesamtgesellschaftlichen Wertediskussion präsent halten. Zweites Jahresziel:  Ehe und Familien stärken. „Die Landeskirche möchte dafür einstehen, dass Familie in allen gelebten Formen zu ihr gehört und willkommen ist“. Drittes Jahresziel: Digitalisierung gestalten. Viertes Jahresziel: das Personalwesen im Oberkirchenrat zu verbessern. Fünftes Jahresziel : eine zukunftsfähige Weiterentwicklung des Kommunikationskonzeptes für die Landeskirche.

Na ja, wir werden sehen, was konkret umgesetzt wird.

Prof. Dr. Martin Plümicke von der Offenen Kirche kritisierte die strategische „Reduktion auf das Kerngeschäft“, die mit einer Fokussierung auf die Kerngemeinde einhergehe. Die Folgen: der Mitgliederschwund an den Rändern schreite fort. „Alle Kirchenmitglieder sind unser Kerngeschäft!“, betonte er. Die Offene Kirche wünsche sich einen Kulturwandel und die Stärkung dezentraler Selbstverantwortung.

Etwas bedeutender finde ich die Diskussion zur Weltverantwortung:

Die Landeskirche unterstützt in der Stadt Homs derzeit eine Schule, in der christliche, alevitische und muslimische Kinder zusammen unterrichtet werden. Im Libanon fördert die Landeskirche neben der Not- und Katastrophenhilfe für alle Menschen mit den von der Synode bewilligten Geldern auch Projekte, die Christen zugute kommen. Endlich werden auch die eingewanderten Christen ernst genommen. 71 Gemeinden verschiedener Migranten gehören mittlerweile zur Landeskirche. „Obwohl der gemeinsame Glauben verbindet, erleben sie nicht selten Irritationen, Unverständnis bis hin zur Ablehnung“. In der Flüchtlinsarbeit können sie wichtige Brückenbauer sein.

http://www.elk-wue.de/wir/landessynode/sitzungen-der-landessynode/herbsttagung-2016/

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