Brunch global

In meiner Arbeit in der Evangelischen Akademie Bad Boll habe ich gern mit dem Stuttgarter “Forum der Kulturen” zusammengearbeitet. In der Landeshauptstadt mit ihren 600000 Einwohnern haben 40% einen „Migrationshintergrund“.                      Siehe www.forum-der-kulturen.de.

Dieses Jahr fand das traditionelle interkulturelle Frühstück erstmals in der Stuttgarter Oper statt. Man macht sich selten klar, dass die „Oper des Jahres“ (worauf man mächtig stolz ist!) zu Europas größtem Dreispartentheater (mit Schauspiel und Ballett) gehört. Der „Kommunikationsdirektor“ Thomas Koch erklärt uns  in seiner Begrüßung, dass hier 1350 Menschen aus 80 Nationen arbeiten und im Jahr mehr als 1000 Veranstaltungen produzieren.. Einige von denen geben Beispiele ihres Könnens. Esther Dierkes und Padraic singen Arien aus Mozart bzw. Puccini-Opern. Unglaublich, welchen Zauber sie ausstrahlen ohne das sonstige Bühnentrara drumherum. Erstklassig die Gruppe des Stuttgarter Balletts mit „Cello contra Bass“, die geradezu artistische Stücke vorführt. Der Schauspieler Elmar Roloff interpretiert Lessings Ringparabel. Der Theater-Intendant Klaus Dörr weist auf die vielen Gastspiele seines Ensembles hin, wo man sich besonders um internationale Präsenz bemüht und seit einiger Zeit die deutschsprachigen Stücke englisch obertitelt. Neben solchen Beispielen der Hochkultur müssen sich aber die Laiengruppen nicht verstecken. „Firkat“, der „Klassisch-Türkische Musikverein“ präsentiert Musik aus dem 19. Jahrhundert der Türkei, die man selten hört. Viel Beifall bekommen die japanische Tanzgruppe Todoroki und eine Chinesische Trommelgruppe.

Es fällt allerdings auf, dass die sich präsentierenden Gruppen nicht zu denen gehören, die man gemeinhin mit Migranten in Verbindung bringt. Deshalb weist Rolf Graser vom „Forum“ mit Recht daraufhin, dass die angeschlossenen Vereine sich nicht nur kulturell engagieren, sondern eben auch sozial viel für die Integration tun. Nicht zuletzt gemeinsames Singen bringt Menschen zusammen, weshalb die Oper einen internationalen Chor gegründet hat, in dem jeder mitsingen kann.

Nach diesem anspruchsvollen Programm knurrt der Magen und wir ziehen hinüber ins Theater, wo endlich der eigentliche Brunch aufgebaut ist. Der „Verein der Mongolischen Akademiker“ bietet „vegetarische Buutz“ und „Reispfanne mit Rind“. Der „Treffpunkt Polen lädt zu „Polnischen Piroggen“ und „Bigos“. Der afrikanische Verein „Mozangola“ serviert Hähnchen und gefüllte Teigtaschen und schließlich bieten Chilenen „Empanadas“. Es ist allerdings ein solches Gedränge, dass die gewünschten Begegnungen wohl auf der Strecke bleiben. Nach meiner Beobachtung bleiben die jeweiligen Gruppen doch unter sich.

Immerhin hat das „Forum“ sicherlich weitere Freunde gefunden. Und auch die Stuttgarter Oper hat ein neues Publikum angesprochen, das vielleicht nun den Weg in dieses berühmte Haus finden wird.

Die Eintrittskarten kann man im Internet kaufen und sich selber ausdrucken. So nimmt man der Theaterkasse Arbeit ab. Warum man aber deshalb etwas mehr zahlen soll, verstehe ich nicht. http://www.staatstheater-stuttgart.de.

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