Christliche Klinik

Kürzlich nahm ich an der Mitgliederversammlung des Deutschen Instituts für Ärztliche Mission e.V. (Difaem) teil. Über die internationale Arbeit der Gesundheitsdienste, die ausführlich vorgestellt und diskutiert wurde, habe ich erst kürzlich berichtet. www.difaem.de.

Neu waren für mich die Informationen über das Paul-Lechler-Krankenhaus, das mittlerweile in eine gemeinnützige Betriebs-GmbH ausgegliedert wurde. Bei den vielen Millionen Euro, die zu verantworten sind, freut man sich, dass Vorstand und Verwaltungsrat offenbar sehr sorgfältig arbeiten. Denn das Difaem ist immer noch von Spendern abhängig.  http://www.tropenklinik.de. Die Leistungen der Mitarbeiter sind jedenfalls äußerst eindrucksvoll. Die 1916 als Tropengenesungsheim gegründete Klinik hat ihren Schwerpunkt heute in Geriatrie und Palliativmedizin. Doch wurden 2015 in der Abteilung „Tropen- und Reisemedizin“ insgesamt 3584 Patienten ambulant versorgt, sowie 3949 Reisende geimpft. 109 Fälle mit tropenmedizinischen Erkrankungen wurden stationär behandelt.

Nun ist schon länger klar, dass das hundertjährige Gebäude den heutigen Anforderungen nicht mehr gewachsen ist. Darum hat man einen Neubau begonnen, den wir besichtigen durften. Sehr gerühmt wurde der tolle Ausblick auf Tübingen im Tal. Ehrlich gesagt finde ich allerdings umgekehrt den Aufblick auf diesen Kasten nicht besonders schön. Aber es geht darum, dass Patienten gesund werden und sich wohlfühlen. Das wird wohl der Fall sein. Man kann sich vielfältig für diesen Neubau engagieren. https://bauen-sie-mit.tropenklinik.de/home.

Wichtig war den Mitgliedern, dass der berühmte „Geist des Hauses“ erhalten bleibt.

Kopfzerbrechen bereitete uns aber die Frage, was mit dem Altbau geschehen soll. Anscheinend ist eine Renovierung teurer als ein Neubau. Da wird man dann wohl um einen (Teil?-)Abriss nicht herumkommen, obwohl das Gebäude den Tübingern seit exakt hundert Jahren ans Herz gewachsen ist. Völlig offen ist die Frage, welche Funktion dieses Haus übernehmen könnte. Eine Abstimmung gab es diesmal noch nicht, aber das Meinungsbild favorisierte klar eine ökonomische Lösung. Wobei ein guter Architekt die vertraute Fassade aufnehmen könnte.

Seit bald vier Jahren besteht die Akademie für globale Gesundheit und Entwicklung (AGGE), die das Difaem in Kooperation mit anderen Trägern betreibt. Dieses Jahr führt die AGGE Kurse für medizinische Fachkräfte in Westafrika, um die Gesundheitssysteme vor Ort in der Post-Ebola-Periode zu stärken. Außerdem gibt es Kurse zu „Migration und Gesundheit“ für Mediziner in Deutschland, die Asylsuchende betreuen.

Bei dieser Mitgliederversammlung finde ich immer reizvoll, dass nicht nur eine Tagesordnung abgearbeitet wird, sondern auch viele Gespräche mit auf verschiedenen Feldern engagierten Mitgliedern möglich sind. Allerdings ist nicht zu übersehen, dass ihr Altersdurchschnitt steigt, obwohl mit „StuDifaem“ auch Medizinstudenten vertreten sind. Als Studentenpfarrer habe ich mich in den achtziger Jahren dafür eingesetzt, dass auch Theologiestudenten einbezogen werden. Es müsste sie ja eigentlich interessieren, wie  eine heilende Kirche weltweit agiert.

 

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