Christenverfolgung in Eritrea

Die Landeskirche Württemberg empfiehlt, den heutigen 2. Sonntag in der Fastenzeit als Gedenktag für verfolgte Christen zu begehen. In unserer Rottenburger Gemeinde rückt der Pfarrer die Situation in Eritrea in den Mittelpunkt seiner Informationen und Gebete. Das Land wird von der „Volksfront für Demokratie und Gerechtigkeit“ unter Staatspräsident Isayas Afawerki regiert, welcher seit Februar 1994 an der Spitze der Übergangsregierung Eritreas steht und von „Reporter ohne Grenzen“ als mitleidloser Diktator beschrieben wird. Das Regime wird komplett von der maoistischen Einheitspartei dominiert, die eine totalitäre Kontrolle ausübt. Laut „Amnesty International“ gibt es Tausende von politischen Häftlingen, welche keinen Kontakt zu Familien und Rechtsbeiständen haben sowie ohne vorherigen Gerichtsprozess im Gefängnis sitzen.

In unserem Dorf gibt es einige Asylbewerber aus Eritrea, die erschütternde Erlebnisse berichten können. Manche kommen zum Sprachkurs, den meine Frau mitgestaltet. Es wäre gut gewesen, wenn sie im Gottesdienst aufgetreten wären. Aber ich kannte die Planung nicht.

Etwa 49 % der Bevölkerung von Eritrea gehören einer christlichen Kirche an. Es gibt dort eine anerkannte lutherische Kirche (2 % der Bevölkerung). Das Evangelische Jugendwerk Württemberg (EJW) hat seit den 1990iger Jahren partnerschaftliche Beziehungen. Ein Teil der Kollekte ist für diese Arbeit bestimmt. Die Kirche betreibt vorbildliche Sozialprojekte wie Gehörlosenschulen, Krankenstationen und ein Mädcheninternat.

Neben mir in der Bank sitzen mir bekannte evangelische Flüchtlinge aus Iran. Ich freue mich, dass sie gekommen sind, aber frage mich, was sie verstehen. Sie begreifen immerhin, dass sie willkommen sind und man sich für sie emgagiert. Es wäre wohl nötig, dass die Kirche zentral in der Region multikulturelle Gottesdienste mit und für Migranten anbietet. Es bräuchte mehr Beteiligung, eine andere Kirchenmusik und Dolmetscher für die Ansprachen. Man bräuchte fremdsprachige Bibeln und Liturgien. Die Iraner kommen gern zum Nachgespräch beim Kaffee. Aber dies findet nicht wöchentlich statt. Man kann auch nicht jeden Sonntag die Menschenrechte thematisieren. Man kann aber jeden Tag etwas tun. Ich freue mich, wie viele Leute sich in unserer Gemeinde engagieren. In den 1990iger Jahren habe ich für Russlanddeutsche „Deutsch lernen mit der Bibel“ organisiert. So etwas bräuchten christliche Flüchtlinge heute wieder. Und sie brauchen Schutz. Nicht nur vor militanten Muslimen, sondern auch vor extremen deutschen Nationalisten.

 

 

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